Webstress durch schlechte Internetseiten

November 27th, 2011

Eine aktuelle neurologische Studie belegt, dass schlecht designte, langsame, bedienunfreundliche Webseiten zu einem Phänomen führen können, das von den Experten als „Webstress“ bezeichnet wird. Wir haben ja eigentlich schon immer gewusst, dass sich die unzumutbaren Webseiten irgendwann auf unsere Gesundheit auswirken würden, nur hätten wir eigentlich eine Auswirkung auf unser Sehvermögen erwartet.

Die grausamen Webseiten

Wer im Internet etwas einkaufen möchte oder einfach eine bestimmte Information sucht, stößt mit etwas Pech auf überladene, mit unnützen Flash-Animationen und unzähligen Werbebannern versehene, informationsarme Internetseiten, die einem den letzten Nerv rauben und scheinbar nur existieren, um Bannerwerbung zu beinhalten. Doch die fahrig zusammengestellten Webseiten, denen jegliche Designgrundlage fehlt, sind nicht nur lästig, sondern auch schlecht für die Gesundheit. Und damit noch nicht genug: Auch für die Betreiber selbst sind die furchtbar anmutenden Webseiten schädlich. Wir erklären, warum das so ist:

Um sicher surfen zu können, benötigt man einen Virenscanner, eine Firewall und ein E-Mail-Postfach, das über einen Spamfilter verfügt. Doch die Gefahren des Internets lassen sich nicht allein auf Viren und Spyware reduzieren. Eine physische Bedrohung lauert uns in den Weiten den World Wide Web auf und belastet unsere ohnehin schon geschundenen Nerven. Eine bis dato wohl einmalige Studie weiß das zu belegen: Die im Rahmen des Experiments durchgeführten Gehirnwellen-Analysen zeigten, dass es den Teilnehmern nicht leicht fiel, die dargebotenen Informationen zu etwas Sinnvollem zusammenzusetzen. Um dieses Kunststück zu bewältigen, mussten die Teilnehmer rund 50 Prozent mehr Konzentration aufbringen. Gesichtsmuskel- und Verhaltens-Analysen der Probanden zeigten außerdem größere Bewegung und Stress innerhalb dieses Zeitraums. Im Klartext heißt das, dass unstrukturierte Webseiten realen Stress verursachen können. An dieser Studie nahmen insgesamt 13 Probanden teil. Die Experimente wurden in den Laboren der Glasgow Caledonian Universität durchgeführt und die Probanden während der Versuchsreihe gefilmt. Die Geschwindigkeit der Internetverbindung wurde heruntergesetzt, um den Stress-Level der Probanden zusätzlich zu erhöhen – eine moderne Folter sozusagen.

Wenn das Internet Stress auslöst

Während des Experimentes mussten die Teilnehmer typische Online-Aufgaben erfüllen, die auch im realen Leben immer wieder bewältigt werden müssen. Sie mussten beispielsweise im Internet nach einem Notebook für 300 Pfund auf einer E-Commerce-Webseite suchen und das Gerät anschließend bestellen. Auch eine Reiseversicherung musste abgeschlossen werden und das auf einer nicht gerade übersichtlichen Webseite. Die Studie bewies, dass zwei wesentliche Schwachstellen während des Kaufabschlusses auftraten. Dabei handelte es sich auch um die wichtigsten Vorgänge: Die Suche nach dem Produkt und der Bezahlvorgang. Der Stresspegel erreichte während der erfolglosen Suche oder bei ungewöhnlich langen Ladezeiten seinen Zenit.

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